Das perfekte Wohnzimmer Heimkino

Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie ein fantastisches Kino- und Klangerlebnis in Ihrem Wohnzimmer erzielen können.
Für Ihr Wohnzimmer Heimkino sind nur 5 Schritte nötig:
1. Auswahl des Bildschirmes nach Größe und Modell
2. Auswahl des Lautsprechersysteme, also Stereo- oder Mehrkanalsystem
3. Form und Platzierung der Lautsprecher
4. Auswahl der Elektronik für Wiedergabe und Verstärkung , also z.B.
BluRay-Player und Dolby-Digital-Receiver
5. Auswahl einer geeigneten Aufstelllösung wie Sideboard, Hifi Rack
oder eine Wandlösung, damit es nicht nur gut klingt, sondern auch wohnlich aussieht

1. Schritt : Die Auswahl der richtigen Bildschirmgröße und des Modells
Als ungefähren Richtwert für die Bildschirmdiagonale können wir ein Drittel der Entfernung zwischen Ihrem Sitzplatz und dem Bildschirm nehmen. Wenn Sie also ungefähr 4 Meter vom Bildschirm entfernt sitzen, so ist ein Bildschirm mit ca.55 Zoll (also 139 cm Diagonale) empfehlenswert. Für einen Betrachtungsabstand von ca. 3 m empfehle ich Ihnen einen 40 bis 48 Zoll großen Fernseher (mit 102-123 cm Diagonale). Bei modernen Full-HD oder UHD-Geräten und hochwertigen Bildsignalen über BluRay, HD-Satelliten-, HD-Kabelsignal oder HD-Streamingdiensten können Sie die Bilddiagonale für ein noch authentischeres Kinoerlebnis auch noch größer wählen. Da Sie Ihr Heimkino jedoch im Wohnzimmer einrichten, ist es wichtig darauf zu achten, daß Ihr Wohnambiente nicht durch einen extrem großen Bildschirm beeinträchtigt wird.
Denken Sie auch darüber nach, ob der momentane Standort Ihres Fernsehers im Wohnzimmer verbessert werden kann. Ideal ist die Platzierung Ihres Bildschirmen in einem eher lichtärmeren Bereich ihres Wohnzimmers, um Reflexionen durch einfallendes Tageslicht von der Seite oder von vorn zu vermeiden. Denken Sie bei der Planung Ihres Wohnzimmerheimkinos bereits jetzt an einen annähernd symmetrischen Aufbau, da dieser ein optimales Bild- und Klangerlebnis für alle Sitzpositionen gewährleistet.
Bitte messen Sie jetzt die Entfernung von Ihrem Sitzplatz in Höhe Ihrer Augen bis zu dem Platz, an dem Ihr Bildschirm steht oder stehen soll. Bitte messen Sie die Entfernung wirklich! Ich bin oft überrascht, wie man sich bei relativ kleinen Entfernungen doch deutlich verschätzen kann! Teilen Sie das erhaltene Messergebnis nun durch 3 und sie erhalten die geeignete Bildschirmdiagonale in cm. Wenn Sie diesen errechneten Wert durch 2,54 teilen, erhalten Sie die ungefähre Größe der Bildschirmdiagonale im üblichen Zollmaß, also z.B. 46 Zoll bei ca.116 cm.
Betrachtungsabstand z. Bildschirm (in cm) : 3 = optimale Bildschirmdiagonale optimale Bildschirmdiagonale (in cm) : 2,54 = Bildschirmdiagonale in Zoll
Beispiel mit 5m Betrachtungsabstand : 500cm : 3 = 166,66cm 166,66cm : 2,54 = ca.65 Zoll
Für die endgültige Geräteauswahl ist natürlich die Bildqualität am wichtigsten! Sie sollten diese unbedingt mit der Programmquelle testen, welche Sie auch daheim nutzen (also z.B.Kabel- oder Sat-Anschluß und BluRay usw.) . So erleben Sie später keine unangenehmen Überraschungen, wenn das Bild daheim nicht so schön ist wie beim Kauf.
Die neuen Bildschirme im Curved Design bieten in einem begrenzten Bereich direkt vor dem Fernseher ein stärkeres räumliches Seherlebnis. Wenn alle Zuschauerplätze ziemlich gerade vor dem Fernseher sind, so ist ein solches Gerät empfehlenswert. Sitzen Sie jedoch weiter verstreut im Raum, so empfehle ich Ihnen eher einen flachen Bildschirm ohne Krümmung.
Weitere Kaufkriterien sind Ausstattungsmerkmale wie z.B. die Möglichkeit Sendungen aufzuzeichnen, Netzwerk- und Internetzugangsmöglichkeit und auch der Preis.

2. Schritt : Die Auswahl des Lautsprechersystems
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Auswahl eines geeigneten Lautsprechersystems. Hier ist es wichtig, ob Sie das Lautsprechersystem vorwiegend für Kino- oder Konzertabende nutzen und nur gelegentlich für Radio oder CD oder ob Sie auch auf einen perfekten HIFI-Klang von Ihrer privaten Musiksammlung Wert legen. Ausserdem sind hier die räumlichen Möglichkeiten für die Aufstellung der Lautsprechersysteme und natürlich auch ästhetische Gründe entscheidend.
Bis auf wenige Ausnahmen sind die im Flachbildschirm eingebauten Lautsprecher eher nicht optimal für ein Wohnzimmerheimkino geeignet. Es gibt jedoch reichlich Alternativen!
Die einfachste Lösung ist ein Soundboard oder eine ähnliche Lösung. Es beansprucht wenig Platz, ist preisgünstig und schnell angeschlossen, bietet jedoch von den hier vorgestellten Möglichkeiten das einfachste Klangerlebnis.
Eine weitere relativ einfache Möglichkeit ist die Wiedergabe des Fernsehtones über eine Stereoanlage. Wenn Sie eine gute Stereoanlage verwenden und die Lautsprecher symmetrisch links und rechts vom Bildschirm platziert sind, ist schon ein ordentliches Klangerlebnis zu erwarten.
Ein wirklich gutes Kino- bzw. Konzerterlebnis erzielen Sie mit Dolby- Surround-Systemen. Diese gibt es als 5.1 bis 7.1 Systeme mit 5 bis 7 Lautsprechern, welche um Ihren Sitzplatz herum angeordnet sind plus einem separaten Tieftonlautsprecher. Für ein absolutes Klangerlebnis im Kinobereich sorgen eventuell weitere zusätzliche Deckenlautsprecher, welche in Zusammenspiel mit der geeigneten Elektronik und entsprechendem Filmmaterial in Dolby Atmos für echtes Kribbeln sorgen!

3 Schritt : Die Art und Form Ihrer Lautsprecher
Wenn Sie sich für ein Soundboard oder die Verwendung einer Stereoanlage für die Wiedergabe des Fernsehtones entschieden haben, verbinden Sie den Tonausgang Ihres Fernsehgerätes mit dem entsprechendem Eingang vom Soundboard oder der Stereoanlage verbunden. In der Regel verfügen die modernen Flachbildschirme über einen optischen (evtl. auch koaxialen) Tonausgang, welches sich problemlos mit dem Soundboard verbinden lässt. Analoge Tonausgänge für den Anschluß an die Stereoanlage sind leider nicht bei allen moderen Geräten vorhanden, eventuell müssen sie sich mit dem Kopfhörerausgang behelfen.
Für eine absolut kompromisslose Klangperformance sind zwei Standboxen, ein Centerspeaker und ein Subwoofer im Frontbereich sowie mindestens zwei Regellautsprecher im Surroundbereich empfehlenswert. Mit einem solchem System haben Sie neben einem fantastischen Kinoerlebnis auch sehr viel Freude beim puren Musikhören. Ein derartiges Klangerlebnis können Sie durch den Einsatz von Deckenlautsprechern mit Dolby Atmos noch toppen. Da sich in Wohnzimmern selten die Gelegenheit zur Installation von zusätzlichen Deckenlautsprechern bietet, gibt es wirklich gute Deckenreflexionslautsprecher. Diese werden vorn und hinten auf den vorhandenen Lautsprecherboxen schräg nach oben platziert liefern über Reflexionen an der Zimmerdecke ein verblüffend realistisches Ergebnis. Wenn der Platz für ausgewachsene Standboxen im Wohnzimmer nicht vorhanden ist oder diese aus optischen Gründen nicht gewünscht sind (wobei es wirklich sehr schöne Lautsprecherboxen gibt!), so sind flache Wandlautsprecher (welche es mit nur ca. 10 cm Tiefe gibt) oder qualitativ hochwertige Wandeinbaulautsprecher eine gute Alternative. Hierbei entsteht jedoch ein gewisser baulicher Aufwand.

4. Schritt : Die Auswahl der Elektronik
Wenn Sie sich im Schritt 2 für ein Soundboard oder eine ähnliche Lösung entschieden haben, so benötigen Sie keine weitere Verstärkerelektronik. Bei der Tonlösung über eine Stereoanlage nutzen Sie entweder eine gute vorhandene Stereoanlage oder schaffen diese an. Überlegen Sie sich, welche Musikquellen Sie nutzen wollen. Am einfachsten bedienbar ist meist ein Stereoreceiver, welcher Ihnen den Ton vom Fernseher verstärkt und Radioempfang ermöglicht. Eventuell ist auch schon ein CD-Laufwerk integriert.
Haben Sie sich im 2. Schritt für eine Lösung mit Dolby Surround und mehreren Lautsprechern entschieden, so geht es jetzt an die Auswahl eines geeigneten Surroundreceivers. Hierbei ist es u.a.wichtig wieviele Lautsprecher angeschlossen werden sollen. Es gibt Receiver für 5, 7 oder mehr Lautsprecher und für zusätzliche Deckenlautsprecher. Das Gerät sollte über ein ordentliches Netzteil und kräftige Endstufen verfügen. Achten Sie bitte auch auf die Ausstattung des Receivers. Eventuell wollen Sie auf Ihre Musiksammlung auf Ihrer NAS im heimischen Netzwerk oder auf Internetradio zugreifen ? Viele neue Modelle bieten diese Möglichkeit.
Weiterhin benötigen wir eine Wiedergabemöglichkeit für BluRay /DVD und CD. Zwar gibt fast jeder BluRay-Player auch CDs wieder, jedoch nicht unbedingt auch in sehr guter Tonqualität. Daher empfiehlt sich für CD-Fans mit größeren Sammlungen entweder ein hochwertiger BluRay Player, welcher auch CDs gut wiedergibt oder die Anschaffung eines separaten CD-Players bzw. die Nutzung des ohnehin vorhandenen Gerätes.

5.Schritt : Die Auswahl einer geeigneten Aufstelllösung
Diese ist ein ganz wichtiger Schritt, da er über den Wohlfühlfaktor in Ihrem Wohnzimmer entscheidet. Herumstehende Elektronik und sichtbare Kabel zerstören ein gemütliches Ambiente.
Wenn Sie sich für ein System mit Centerspeaker und Subwoofer und diverser Elektronik entschieden haben, so ist ein schickes Tonmöbel empfehlenswert, welches alle Komponenten diskret verschwinden lässt und trotzdem die volle Klangqualität und Bedienbarkeit gewährleistet. In dem Möbel ist evtl. auch noch Platz für Ihre CD- und BluRay-Sammlung. Es gibt verschiedene Möbelhersteller, welche sich auf solche Lösungen spezialisiert haben. Einige erlauben sogar eine drehbare Position des Bildschirmes auf dem Möbel. Natürlich können Sie sich ein solches Möbelstück auch individuell von einem guten Schreiner anfertigen lassen.
Wenn Sie sich für Wand- oder Wandeinbaulautsprecher entschieden haben und Sie nicht unbedingt Ihre Wände aufschlagen wollen, so empfehle ich Ihnen eine separate stabile Wand aus MDF, welche vor Ihre Zimmerwand montiert wird (siehe großes Foto auf Seite 1). Diese Vorbau-Wand verdeckt die Verkabelung und bietet genügend Platz für die Einbaulautsprecher. Außerdem bietet sich so die Möglichkeit einer Hintergrundbeleuchtung mit LED-Streifen.